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Neustadt: "Bremserfest" für die Kirchenmusik (nordbayern.de)

Förderkreis bot herbstliche Genüsse an einem heiter-hintersinnigen Kabarettabend - 29.09.2013 15:56 Uhr

NEUSTADT/AISCH - Das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden ließ sich beim "Bremserfest" des Förderkreises für Kirchenmusik, dessen Erlös wiederum "ohne Abzüge der kirchenmusikalischen Arbeit in Neustadt zu Gute kommt".

Beim Loblied auf die Karpfenprinzessin droht eine Kandidatin an einer Gräte zu ersticken. Wigbert Winkler, Brigitte und Killen McNeill (v. r.) verstehen sich auf originelle Unterhaltung mit hintergründigem Humor. © Harald Munzinger

Das ist schon zu einem schönen Brauch geworden und sorgte auch am Wochenende für ein gut besuchtes Evangelisches Gemeindezentrum. In dem war mit Kürbissuppe und Zwiebelkuchen zum Federweißen für herbstliche kulinarische Genüsse gesorgt und dafür mit liebevoll gestalteter Dekoration ein schönes Ambiente geschaffen.

Schon das hätte den Besuch des „Bremserfestes“ gelohnt. Doch sollte dies nicht nur die Gaumen verwöhnen. Für die Würze eines nachhaltigen Abends sorgte das Kabaretttrio Brigitte und Killen McNeill und Wigbert Winkler, das sich in nun fast schon anderthalb Jahrzehnten zu einer festen Größe in der regionalen Kulturszene entwickelt hat.

Trio mit vielseitigen Stärken

Mehrere Stärken vereint es in seinem ganz speziellen Stil. Das ist zum Einen das perfekt-kreative Zusammenspiel musikalischer Talente, zum Anderen eine gute Beobachtungsgabe, was in einem Menü aus köstlicher Unterhaltung mit einem kräftigen Schuss Satire dargeboten wird, das subtile Ironie garniert, von der sich auch die Akteure selbst nicht ausnehmen.

Mit „Gschichtli aus der Schule“ reicherte Brigitte McNeill das eigens für das „Bremserfest“ arrangierte Programm an und verstand es auch dabei mit variantenreicher Stimme Bilder des Geschehens zu entwickeln. Was eine weitere Stärke der Kabarettisten ist, wenn sie sich beispielsweise in einem Lokal gegenüber norddeutschen Gästen als humorstrotzende fränkische Originale produzieren, oder bei der Wahl der Karpfenprinzessin eine Kandidatin an einer Gräte zu ersticken droht. Oder wenn die Dreharbeiten zum Franken-Tatort als gelungen gelten, weil man bei lauter Musik den nuschelnden Kommissar überhaupt nicht mehr versteht; und man im Publikum dies auf eine “allgemeine TV-Unart“ bezieht.

Oder man sich im Kultusministerium nach altem Buchstabenspiel neuen Reformunfug ausdenkt. Oder die Neufassung des „Dinner für one“ an allen nur denkbaren Einwänden aus ethischen oder moralischen Gründen, allen voran der Weigerung der „Miss Sophie“-Dastellerin scheitert, ihren 90. Geburtstag zu feiern. Wie aber sollten beim 40. alle Freunde schon so früh dahingeschieden sein? Oder, oder, oder....

Lachtränen und viel Applaus

Schlag auf Schlag wechselt das Geschehen auf der kleinen Bühne, geht es munter durch den fränkischen Alltag mit allzu menschlichen Themen und origineller Typisierung, werden im Publikum Lachtränen aus den Augen gewischt, gibt es immer wieder Szenen- und kräftigen Applaus am Ende kurzweiliger Stunden. Der galt auch einem engagierten Team ehrenamtlicher Kräfte, die dafür sorgten, das sich die Gäste rundum wohl fühlen konnten. Für die Kirchenmusik durfte es da schon einen Bremser mehr sein.



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